Das koloniale Erbe von Melaka

Nach den verstrichenen Tagen in Kuala Lumpur begeben wir uns via Zug eingequetscht zwischen verschiedensten Nationen zum gut durchorganisierten TBS-Busbahnhof. Anders als in Deutschland werden in Malaysia die Busfirmen staatlich kontrolliert, wodurch sich die Buspreise der verschiedenen Anbieter nicht wirklich voneinander unterscheiden. Wir erstehen somit das nächstbeste Busticket ohne lange Wartezeit und nehmen den zeitigsten Bus nach Melaka (auch Malakka o. Malacca). Die zweistündige Fahrt in den Südwesten Malaysias ist jedoch alles andere als spannend. Der Bus schlängelt sich auf der Autobahn von einer Palmenplantage zur nächsten. Wir sehen Palmen, Palmen und noch mehr Palmen … soweit unsere Augen blicken können. An den Stellen wo gerad keine Palmen stehen, zeugen die durch schweres Gerät begradigten Berghänge von den Nutzflächen. Vom ehemaligen tropischen Regenwald ist nichts mehr geblieben.
In Melaka angekommen können wir uns nach dem Zimmerbezug bei unserer Unterkunft Fahrräder ausleihen. Perfekt für eine gemütliche Stadterkundung. Unsere Fahrradtour führt uns zu Beginn durch ein verlassenes Hafenviertel zum strahlenden Meer. Zum Strand gelangen wir allerdings nicht, da überall Bauzäune und Absperrungen uns den Weg verstellen. So sehen wir lediglich von der Ferne den vermeintlichen Strand und wie Arbeiter fleißig mit der künstlichen Küstenerweiterung beschäftigt sind. Dazu fahren große Schiffe entlang der Küste, saugen Sand vom Meeresgrund auf und strudeln ihn über lange Fließbänder ans Festland. An einem ausgebauten Kanal machen wir eine kurze Pause und werden prompt von einem unter uns im Wasser auftauchenden, riesigen Waran überrascht. Er klettert langsam aus dem trüben graubraunen Wasser und sonnt sich eine Weile, eh er in die Kanalisation gleitet. So entstehen also die Legenden von Krokodilen in Abwasserkanälen.

waranmelaka

Die sonnenbadende Riesenechse scheint sich an das laute Stadtleben gewöhnt zu haben.

Anschließend den Kanal folgend fahren wir weiter in die Innenstadt Melakas. Wir kommen an kleinen, einfachen Häuschen neben Büro- und einigen Hotelriesen vorbei und steuern die Zeitzeugen der ehemaligen Kolonisierungsgeschichte Malaysias an.
Wir kommen an einem Model eines portugiesischen Kolonialschiffes vorbei, welches als Schiffsmuseum dient. Alte Forts der Niederländer und Portugiesen finden sich links und rechts der Straße. Eine komplett in rot gehaltene Kirche ist schließlich Anlaufziel vieler Touristen in der Stadt. Die Christ Church ist Teil des roten Platzes in Melaka und stammt aus der holländischen Kolonialzeit. Zuletzt und auch am längsten herrschten die britischen Besatzer in Malaysia vor.

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Der rote Platz mit der Christ Church ist eine der Hauptattraktionen Melakas. Viele, laut mit Musik schallende Rischkas sammeln sich hier, um Touristen zu den nächsten Spots zu bringen.

Nachdem wir uns ein wenig mit der Zeitgeschichte Melakas auseinandergesetzt haben, entschließen wir uns eine Erhebung in der Stadt zu erklimmen. Auf deren Spitze stehen die Ruinen der St. Pauls Kirche. Von hier haben wir einen schönen Rundumblick über die Stadt.

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Weiter Ausblick über den westlichen Teil Melakas bis hin zum Meer auf die ‚Straße von Melaka‘. Täglich kreuzen hier unzählige Containerschiffe die kleine Meerenge zwischen Malaysia und Sumatra.

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Vor lauter Bewuchs sind Äste und Stämme vieler Bäume kaum zu sehen.

Wir genießen die späte Nachmittagssonne und wandeln in den Jahrhunderte alten Bauwerken längst vergangener Tage. Die ehemalige Zeit der Kolonialisierung und Piraten ist längst vergangen. Heute wird nur noch Zinn und Palmöl erbeutet von den globalen Piraten der modernen Zeit.

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2 Gedanken zu “Das koloniale Erbe von Melaka

  1. Hi ihr 2 Asienauszeitbummler… Freu mich auf noch mehr Fotos und bald auf euch! Ich erfreue mit euren Fotos und Berichten auch einen Teil meiner Kollegen, die eure professionelle Berichterstattung und das was ihr macht neidvoll bewundern! Genießt weiter die Zeit! Grüße von Wolfgang!

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