So ein Affentheater auf Langkawi!

Für unsere letzten Tage auf Langkawi mieten wir uns durchweg einen Roller, um die restlichen, noch unentdeckten Flecken der Insel zu erkunden. Unser nächster Ausflug führt uns in die größte Inselstadt Kuah. Neben einigen mehr oder minder belebten Shopping-Malls bietet die Hafenstadt eine Vielzahl an Hotels und Bespaßungsstätten für die Besserbetuchten. Nach einer kurzen Polizeikontrolle erreichen wir das moderne und überraschend ruhige Hafenviertel.
Am Pier angekommen schlendern wir zum Wahrzeichen Langkawis: ein übergroßer Seeadler ziert die sternförmige Pierspitze. Der große Vogel ist für uns auf der Insel kein seltener Anblick. Oft sehen wir ihn majestätisch über das Wasser oder die Wälder gleiten. Selbst als wir uns am nächsten Tag zu einer Insel-Hopping-Tour aufmachen, ist der schöne Raubvogel ein steter Begleiter.

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Das Wahrzeichen des Langkawi-Archipels: der stolze Seeadler.

Am Nachmittag des nächsten Tages starten wir in einer angenehm kleinen Gruppe die Bootstour zu drei Ausflugszielen. Da das Insel-Hopping zu den Highlight Langkawis zählt und von jedem Tour-Anbieter beworben wird, sind wir auf den Ausflug sehr gespannt und zweigeteilt. Das Boot führt uns in einer erfrischenden Fahrt über das türkisfarbene Meer an einer Vielzahl urtümlicher, felsiger Inseln vorbei.
Zunächst halten wir an einer unbewohnten Insel mit pudrigen, hellen Strandsand. Weitere Boote liegen vor Anker und einige Touristen schwimmen im Meer oder liegen am Strand. Wir spazieren an den einzelnen Ansammlungen vorbei, machen es uns im Schatten gemütlich, schwimmen im klaren Wasser und erkunden den in Schiefergestein übergehenden Strand im Anschluss. Nach etwa 1 h geht es mit dem Boot weiter in eine Bucht, wo sich Seeadler tummeln. Angelockt von Fütterungen können wir Touristen hier die Tiere aus nächster Nähe bewundern. Wir sind froh, dass die stolzen Flugkünstler nicht mehr für die Touristen zur Vorschau eingefangen werden.

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Allein die angenehme Bootsfahrt vorbei an vielen unberührten Inseln macht den Ausflug schon lohnenswert.

Als letzten Stopp werden wir auf einer als UNESCO Geopark betitelten Insel ausgesetzt. Unzählige Boote liegen vor Anker und Touristen strömen ein und aus. Sowohl für die Begehung des ‚Parks‘ als auch für sämtliche Attraktion werden von den Mitarbeitern fleißig weitere Einnahmen kassiert. Auf dem Gelände erwartet uns schließlich ein großer Süßwassersee namens Tasik Dayang Bunting (Lake of pregnant maiden/See der schwangeren Jungfrau), welcher sich durch den Einsturz einer ehemals riesigen Karsthöhle gebildet hat. In einem kleinen, abgesperrten Bereich dürfen Touris nur mit Schwimmwesten für 5 RM in dem trüben See baden. Ein schwimmender Plastiksteg mindert leider dabei das Naturfeeling.

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Die im Hintergrund zu sehenden Hügel erinnern an eine schwangere Frau, was wegen einer Legende zur Namensgebung des Süßwassersees führte. Einheimische beschwören auf die magische und heilende Kraft des Seewassers.

Über einen hölzernen Steg können wir an dem bewaldeten Ufer des Sees fernab der lauffaulen Touristen entlangwandern. Herrlich, wie wir mit etwas Anstrengung jeglichem Lärm und Trubel entfliehen können.

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Ein zu Beginn gut ausgebauter Steg führt uns in ruhigere Regionen des Süßwassersees.

Nach mehr und mehr Metern nimmt die Qualität des langen Steges mehr und mehr ab, sodass wir am Ende vorsichtig über so einige fehlende oder nachgebende Bereiche hinübersteigen müssen. In den ruhigeren Abschnitten treffen wir auf scheue, spielende Brillenaffen und zwitschernde Vögel. Von hier aus genießen wir einen Aussichtspunkt, wo das vom Wind aufgewühlte Meerwasser und der ruhige See nur über eine dünne Steinwand wie ein natürlicher Damm noch voneinander getrennt sind.

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Das klapprige Ende des Holzsteges führt uns auf eine kleine Aussichtsplattform. Hinter uns liegt der See, vor uns die weite Meeresstraße mit einigen Inseln.

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Gut versteckt und doch unüberhörbar klettern Brillenaffen durch das Unterholz entlang des Sees.

Auf dem Rückweg zu unserem Boot treffen wir energiegeladene Makaken an, welche stolz von Touristen erbeutete Dinge wie Essen oder Handtaschen durch die Gegend schleppen. Ein Wildschwein läuft uns über dem Weg, dreht jedoch bei unserem Anblick erschreckt schnell wieder um und verschwindet im dichten Dschungel. Wir steigen schließlich in unser Boot und genießen die aussichtsreiche Rückfahrt. Im Ganzen war der abwechslungsreiche Ausflug recht lohnenswert.

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