Die Tub Tao Cave – Unterwegs mit einem vierbeinigen Guide

Auf dem weiten Weg gen Norden vorbei an Chiang Dao biegen wir nach einer kurvenreichen Fahrt vor dem Ort Chai Prakan in eine Seitenstraße zu der vom Tourismus bisher unbekannten Tub Tao Cave ab. Wir gelangen an eine große Tempelanlage, wo freundliche Mönche und Nonnen Blumensträuße für Betende verkaufen und sich ansonsten nur einige Einheimische tummeln. Über zwei steinerne Treppen können wir zwei Eingänge zu je einer Höhle betreten: die sogenannte Tham Pha Kha (Light Cave) und Tham Phan Jak (Dark Cave). Die wenigen thailändischen Besucher begehen die erstgenannte kleine, runde Höhle zur Linken, die durch ein etwa 4 m großes Loch an der Höhlendecke hell erleuchtetet ist. Innerhalb der Höhle befindet sich ein großer sitzender Buddha. Daneben liegt ein weiterer Buddha, der von zahllosen goldenen, betenden Mönchsfiguren umringt ist.

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Aus dem etwa 4 m großen Loch gelangen neben dem Sonnenlicht auch lange Wurzeln in die Höhle hinab.

Von der Light Cave kommen wir direkt über einen überdachten Weg zur Dark Cave, wo uns ein paar Stufen in die Dunkelheit führen. Nach wenigen Metern drehen wir jedoch trotz gut funktionierender Taschenlampen um. Die Höhle macht ihrem Namen alle Ehre und besitzt zudem viele uneinsehbare Spalten. Über den Weg verteilt sehen wir am Boden befestige, alte Glühbirnen. Josi hatte zudem gelesen, dass für eine kleine Spende diese Lampen eingeschaltet werden könnten. Ihr ersichtlicher Zustand lässt zwar wenig hoffen, aber mal Fragen schadet ja nicht. Also wieder treppab und fix an den Blumenstand gelaufen. Ohne Englisch und nur mit Händen und Füßen wird uns lächelnd von drei älteren Nonnen erklärt, dass es sehr gefährlich ist ohne Licht hineinzugehen. Mit Fingerzeig auf die nahehängende Glühlampe ziehen wir einige Baht aus dem Portemonnaie und füttern damit die Spendenbox. Die Damen nicken verstehend und laufen hinter das kleine Häuschen, um eine große Kippsicherung krachend umzulegen. Der Verteilerkasten beginnt geräuschvoll zu summen und wir haben unser Ziel erreicht. Zurück am Höhleneingang sehen wir nun einen Lichterpfad in die Dunkelheit, den wir kaum erwarten können zu erkunden.

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Bizarre Skulpturen befinden sich in riesigen Gewölben hinter jeder Abbiegung, des mal engen mal weiten Höhlenpfades.

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Ab und an führt uns eine alte, wackelige Holztreppe ins nächste Höhlengewölbe. Abschnittsweise fehlt hier die ein oder andere Glühbirne, was eine gute Taschenlampe unverzichtbar macht.

Etwa 5 min laufen wir staunend über den deutlich selten genutzten Pfad, als uns ein nahes Geräusch aufschrecken lässt. Aus dem Schatten kommend und noch deutlich verschlafen steht auf einmal ein schneeweißer Hund neben uns. Er schaut uns kurz fragend an und schnüffelt einmal alles ab, bevor er zielgenau den Weg in das Höhleninnere einschlägt. Für unsere kleine Spende am Eingang gab‘s also nicht nur Licht, sondern auch einen Guide. Wir müssen durch enge Gänge, die wir nur ohne Rucksack auf dem Rücken überhaupt passieren können und einige steile, teils verschüttete Treppen hinauf und hinunter. So laufen wir rund 45 min immer tiefer in die von Fledermäusen, Spinnen und heuschreckenähnlichen Insekten belebte Höhle, den treuen Vierbeiner stets an unserer Seite. Ist er mal zu schnell oder wir zu langsam, wartet er vor der nächsten Biegung, an steilen gefährlichen Stellen wird gern mal gewinselt. Am Ende der Höhle erwartet uns eine kleine Pagode, vor der einige Mönchsfiguren in den Stein gehauen sind. Wir genießen die kühle Luft, das leise Platschen der Tropfen von der Decke und das Fiepen der Fledermäuse. Den generell muffig-, modrigen Geruch nehmen wir kaum noch wahr. Allein in dieser riesen Höhle, 50 min vom Eingang entfernt, begleitet von einem weißen Hund zu stehen und selbst mit einer guten Taschenlampe kaum die Höhlendecke erkennen zu können ist ein großartiges Erlebnis.
Der Rückweg fällt uns etwas leichter, der Vierbeiner legt sich hier und da mal mitten in den engen Weg, aber nach 45 min erreichen wir wieder das Tageslicht. Es wirkt fast, als ob sich der Hund mehr freut wieder draußen zu sein als wir. Er schaut noch kurz, wo wir hinlaufen und biegt dann schnüffelnd auf das Klostergelände ab. Uns vielmals bedankend verabschieden wir uns von den Nonnen und fahren weiter in Richtung Fang.

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Unser treuer, manchmal im Weg liegender Guide … Durch den hier sichtbaren Spalt mussten wir uns 8 m nach unten hinab durchzwängen.

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Aufbruch in den nördlichsten Norden Thailands

Am Flughafen Chiang Mai leihen wir uns nach einem weiteren einmaligen Angebot einen Leihwagen für unsere letzten Tage und Ziele in Thailand aus. Der unschlagbare Service und die angebotenen Preise inklusive sämtlicher Versicherungen führt uns wieder zurück zu National Rental Cars. Da sie unsere angestrebte Fahrzeugklasse nicht mehr auf Lager haben, werden wir kurzerhand ohne Aufpreis zur nächst höheren aufgestuft. Ein nagelneuer Honda City in weiß wird unser Wegbereiter für die kommenden sieben Tage.
Mit gut ausgeruhten Füßen treten wir nun unsere nördlichste Rundreise in Thailand an. Als erstes Ziel besuchen wir den in der Nähe liegenden Doi Suthep-Pui Nationalpark, wo wir über einen Rundwanderweg zum Huay Keaw-Wasserfall wandern wollen. Vor allem der breite Hauptweg ist gut von Touristen besucht, welche kurz zum Becken des Wasserfalls strömen, ihre Selfies schießen und schließlich auf der Suche nach neuen Fotoobjekten zum nächsten Highlight fahren. So sind wir zwei die einzigen, welche am Wegesrand eine im Wasser entspannende, dunkelbraune Schlange sowie eine beige, riesige und am Baum kletternde Echse antreffen.

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Ausblick auf den Huay Keaw-Wasserfall von oben.

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Die Echse ist bereits mit fehlendem Schwanz etwa 40 cm lang.

Einige Treppen führen uns anschließend weiter auf die von Bäumen und Gräsern bewachsenen steinigen Hügel hinauf. „Treppen“, ein magisches Wort, wenn man Ruhe von den Touristenströmen sucht. Führen diese nicht gerade zu einem sehenswerten Tempel hinauf, können wir mit deren Hilfe stets den Massen entgehen. Die Temperaturen bringen uns zwar immer zum Ausschwitzen sämtlicher Wasserreserven, dafür werden wir fast regelmäßig mit tollen Aussichten und Eindrücken belohnt. Oberhalb des Wasserfalls finden wir hier einen weiten Ausblick auf den nordwestlichen Stadtteil von Chiang Mai. Neben der schönen Aussicht laden uns das angenehme Klima und die frische Luft einige Zeit zum Verweilen und Entspannen ein.

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Das sonnige Wetter bietet uns oberhalb des Wasserfalls einen klaren Ausblick auf Chiang Mai.

Den gut ausgebauten Wanderweg folgend gelangen wir um den Wasserfall herum, wo wir an einigen Wasserläufen sich entspannende Einheimische antreffen. Auch wir nutzen die Gelegenheit um unsere Füße im kühlen Nass zu erfrischen, eh es auf einen steilen, teils etwas zugewachsenen Trampelpfad zurück zum Ausgangsort geht. Maps.me dirigiert uns zielgenau auf der gegenüberliegenden Seite des Wasserfalls irgendwo ins Nirgendwo. Das hatten wir vor sieben Tagen schon einmal auf einem ‚Nature Trail‘ mit Nicolas und Melanie. Déjà-Vu? Schlussendlich finden wir uns inmitten einer Klosteranlage wieder. Die fußballspielenden, schlafenden oder saubermachenden Mönche nehmen kaum Notiz von uns. Wir gelangen auf eine Straße, die uns zurück auf den Parkplatz und zu unserem Auto führt. Wir fahren weiter bis zu unserer Unterkunft dem First Residence & Coffee in Mae Rim.­

Zwischen Elefanten und Lampions – Mae Hong Son-Loop # 4

Wir verlassen die bergigen Höhen endgültig und machen uns auf die Suche nach den letzten freilebenden Elefanten Thailands. Auf der Fahrt ins Tal Mae Win kommen wir dabei an touristischen Elefantencamps vorbei, wo die Dickhäuter auf zu kleinem Raum völlig in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt mit Fußfesseln angekettet sind. Lediglich die jungen Elefanten dürfen sich ‚frei‘ um ihre Herde herumbewegen. Auf den großen Tieren sind alte, rostige Metallsitze angebracht, um Touris durch einen Fluss und Dschungel zu schicken. Ein nüchterner und trauriger Anblick … Zwar bekommen wir auf unserer Fahrt durch das Tal keine völlig freilebenden Elefanten zu Gesicht, dafür entdecken wir das Elephant Jungle Sanctuary. Einen Ort, wo die von anderen Camps alten, ausgestoßenen, verletzten oder entlaufenen Tiere aufgenommen und gepflegt werden. Touristen dürfen hier zum Glück nicht mehr auf den Dickhäutern reiten. Die Elefanten stehen einzeln im Grünen verteilt und wir können auf einem Pfad an ihnen vorbeilaufen. Nebenbei bietet sich uns eine schöne Aussicht auf die hügelige Landschaft, welche mit kleinen Reisterrassen bedeckt ist.

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Auf dem Weg zum Elephant Jungle Sanctuary in Mae Win kommen wir an kleinen Reisterrassen vorbei.

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Ausblick auf die kleinen Reisterrassenfelder in Mae Win.

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Ein befreiter und hoffentlich glücklicher Dickhäuter beim gemütlichen Mampfen.

Den restlichen Tag verbringen wir in dem südlich von Chiang Mai liegenden Ort Lamphun. Ein sehenswertes und zumindest in der Nebensaison noch nicht vom Tourismus überlaufendes Städtchen. Wir nutzen den sonnigen Spätnachmittag, um die kleine Altstadt Lamphuns und dortige Tempel zu besuchen. Die im Zentrum der Altstadt liegende Tempelanlage Wat Phra That Hariphunchai bietet uns insbesondere am Abend einen wunderschönen Anblick. Unzählige bunte und leuchtende Lampions hängen auf dem Gelände. Ein schöner Abschluss bevor es zurück an den Ausgangsort Chiang Mai geht.

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Bunte Lampionansammlung im Wat Phra That Hariphunchai in Lamphun. Der Anblick ist bei der Tag schon beeindruckend …

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… und in der Nacht noch eindrucksvoller.

In Chiang Mai beziehen wir eine sich eindeutig auf dem absteigenden Ast befindende Unterkunft. Wir legen nur kurz unsere Sachen ab, die Bleibe verleitet auch nicht wirklich zum Verweilen und begeben uns in Richtung Innenstadt. Melanie und Nicolas möchten einen Thai-Kochkurs über den Nachmittag besuchen, während wir auf Souvenirjagd in der Stadt rumbummeln und das Auto zurück zum Flughafen bringen. Am Abend schlendern wir noch gemeinsam über den Nachtmarkt Chiang Mais, bevor sich am folgenden Tag unsere Reisewege wieder trennen. Während die beiden nach Vietnam reisen, zieht es uns in Richtung Chiang Rai und des Dreiländerecks (Laos, Myanmar, Thailand).

Mystische Berge – Mae Hong Son-Loop # 3

Nach einem leckeren, amerikanischen Frühstück verlassen wir unsere ruhige Unterkunft in Ban Khun Yuam und biegen auf eine einfache Landstraße in Richtung Thailands höchsten Berges ab. Der Doi Inthanon mit seinem gleichnamigen Nationalpark erwartet uns. Die Sonne strahlt und nur vereinzelt nieselt es auf der Fahrt zu Thailands bekanntesten Erhebung. Da die Straßenverhältnisse regelrecht gespickt von tiefen Schlaglöchern sind, schleichen wir fast 4 h im Auto dahin. Je näher wir jedoch an den Berg kommen, desto mehr Nebelschleier mit feinem Regen ziehen auf. Wir durchfahren aufsteigende Wolken und sehen dunkelgrünen Gebirgsregenwald am Straßenrand an uns vorbeiziehen. Unsere Hoffnung auf einen weiten, grandiosen Ausblick auf Nordthailands Umland schwindet mit jedem Meter, den wir näher ans Ziel kommen. Während der Fahrt überholen wir einige, völlig durchnässte und frierende Rollerfahrer. Natürlich treffen wir auch hier auf Selfies machende Touristen, welche an Aussichtspunkten ohne Aussicht sich selbst in den Nebelwolken ablichten. Diese schrecken außerdem nicht davor zurück, selbst in gefährlichen, unübersichtlichen Kurven zu halten.
Auf dem Parkplatz angekommen suchen wir alle der drei auf Maps.Me verzeichneten Restaurants auf. Jedoch haben diese entweder ohne triftigen Grund geschlossen oder bieten nur Snacks an. Da auf der Spitze des Berges eine Wolke nach der anderen ungemütlichen Nieselregen mit sich bringt, entschließen wir nicht allzu lang zu verweilen. Über einen 300 m kurzen Holzpfad begehen wir einen trüben Nebelwald. Wolkenschleier durchziehen die moosigen Äste, überall sprießen Farne und Aufsitzerpflanzen.

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Auf dem Doi Inthanon führt uns ein rutschiger, hölzener Pfad durch den von Wolken eingehüllten Nebelwald.

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Am Ende des hölzernen Rundweges gelangen wir an eine kleine, von Moos und Farn bedeckte Andachtsstelle.

Nach der kühlen, nassen Brise bringt uns das Auto ins Tal Richtung Ban Angkha Rak, wo wir zu Mittag essen. Zu Melanies Leidwesen sind entgegen jeder Erwartung die auf der Karte aufgeführten gerösteten Cashewkerne wirklich nur die Nüsse ohne irgendeine Beilage. Und Nicolas hat das Pech in seinem sehr scharfen Curry einige sehr unappetitliche Teile oder besser Reste eines Hähnchens zu finden. Somit mäßig gestärkt entschließen wir uns noch den nahegelegenen Mae Ya-Wasserfall von 200 m Höhe anzufahren. Das Eingangstor zum Park erreichen wir etwa 20 min vor dessen Schließung. Da niemand Anstalten macht uns aufzuhalten, fahren wir noch 3 km weiter zum vorgelagerten Parkplatz. Es dämmert bereits, kein Mensch ist mehr auf dem Parkplatz und alle Shops sind geschlossen. Wir marschieren die letzten 600 m bis zum Wasserfall im Eiltempo, um noch das Restlicht für dessen Anblick nutzen zu können. Unser Aufenthalt ist etwas zu kurz, um ihn wirklich zu genießen und zu allem Überfluss beginnt es auf dem Rückweg noch wie aus Eimern zu schütten. Durchgenässt fahren wir unter vom Regen tiefhängenden Bambussträuchern zu unserer Unterkunft. Die Nacht verbringen wir in einem einfachen, aber feinen Bungalow mit Weitblick auf viele Reisfelder und der in Wolken getauchten Bergkette des Doi Inthanon.

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Saftig grüne Reisfelder direkt vor dem Bungalow mit Wolken verhangenen Bergblick.

Von fischigen Höhlen – Mae Hong Son-Loop # 2

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Berg- und Talfahrt Richtung Mae Hong Son. Die Stromleitungen ziehen sich an den Straßen entlang und werden von Zeit zu Zeit auch mal an Ästen statt auf Strommasten aufgewickelt.

Von dem touristischen Pai führt uns unser Weg weiter durch die angenehm kühle, bergige Landschaft über das Städtchen Mae Hong Son bis hin zu dem kleinen Dorf Ban Khun Yuam. Auf unserer Berg- und Talfahrt kommen wir an vielen, riesigen Maisfeldern vorbei. Selbst an den steilsten Hügeln werden die Pflanzen angebaut. Den für Thailand typischen Regenwald oder die terrassenartigen Reisfelder sehen wir weniger. Hier und dort ziehen sich zwischen den Bergen Rauchsäulen in die Höhe. Die Einwohner scheinen das Verbrennen von sämtlichen Dingen zu lieben. Kompostierung ist hier eher unbekannt. Alles von Wäldern über Felder bis hin zum Müll wird angekokelt und sorgt für die ein oder andere rauchige Note während der Fahrt.

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Auf der Rundtour gibt es zahlreiche Ausblicke auf die Wälder, Felder und kleinen Bergdörfer. Ein perfekter Halt für eine Snack-Pause mit Melanie und Nicolas.

Unser nächster Stopp ist die Thampla-Fishcave. Eine Höhle, in der sich heilige Fische tummeln sollen und welche nur darauf warten von uns gefüttert zu werden. So in etwa liest sich die öffentliche Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit. Dort angekommen gelangen wir für 100 THB auf ein nett angelegtes, kleines Parkgelände. Ein Flusslauf schlängelt sich leise plätschernd neben uns daher. Ein Waldpfad liegt leicht zugewachsen zu unserer Linken. Nach unserem letzten Urwaldabenteuer sind wir uns jedoch einig diesen vorerst zu überspringen. Etwa 10 min laufen wir durch die Anlage bevor wir die ‚Höhle‘ erreichen. Diese entpuppt sich als kleine Bergeinbuchtung mit einem hinduistischen Schrein und einer Vertiefung von 3 m Durchmesser mit Wasser, in denen sich zu viele Fische auf zu wenig Raum tummeln. Sollte es sich bei dem kleinen Wasserbecken um eine tiefere Höhle handeln, so können wir dies vor lauter Fischen nicht mehr erkennen. Die Touris und Pilger konnten am Eingang ein wenig überteuertes Grünzeug kaufen, welches nun fröhlich in die Fischgrube geworfen wird. Diese wissen vor lauter Nahrungsüberfluss schon gar nicht mehr wohin damit. Das scheinen auch einige Besucher zu bemerken und so finden wir das in Plastikbeuteln verkaufte Grünzeug ebenso in einer nahegelegenen Mülltonne. Auf dem Weg nach draußen versuchen wir noch einige der im Park lebenden Vögel vor die Linse zu bekommen. Jedoch sind die Bäume so hoch und so dicht, dass wir sie lediglich hören, aber nur schwerlich zu sehen bekommen.

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Die Fische der Thampla-Fishcave werden von einer Hindu-Statue bewacht.

Als letzten Halt steuern wir schließlich den 15 m hohen und 30 m breiten Thampla-Phasua-Wasserfall an. Über einen kleinen nett angelegten Pfad, welcher von dichtem Bambus gesäumt ist, gelangen wir in dessen Nähe. Eine hölzerne Aussichtsplattform ermöglicht uns eine gute Sicht und ein paar nette Fotos.

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Aus einiger Entfernung lässt sich der Thampla-Phasua-Wasserfall während der Regenzeit in voller Größe betrachten.

2 x 2 durch die Berge – Mae Hong Son Loop # 1

Wieder einmal bringt uns ein zu gut klimatisierender Bus von der Kleinstadt Phrae nach Chiang Mai. Spät abends erreichen wir unsere Unterkunft, welche zum Glück in einer Nebenstraße nicht weit entfernt von der Busstation liegt. Am morgigen Tag begeben wir uns direkt zum Flughafen, mieten ein Auto und treffen uns mit Melanie (Josis Schwester) und Nicolas (Melanies Freund). Innerhalb von sechs Tag planen wir gemeinsam den berühmten Mae Hong Son Loop. Von Chiang Mai bereisen wir mit dem Auto den äußersten Nordwesten Thailands vorbei an Myanmars Grenze.
Als erstes Ziel steuern wir eine Höhle mit einer Tempelanlage in Chiang Dao nördlich von Chiang Mai an. Über einen ausgeschilderten ‚Nature Trail‘ planen wir eine entspannte Wanderung von 1 h durch die vom Dschungel bedeckten Hügel zum angestrebten Zielort. Während der lehmige Pfad zu Beginn noch gut in Schuss gehalten und wenigstens vom Gebüsch freigeschnitten ist, gewinnt die störrische Natur nach 30 min schnell an Oberhand. Schwärme von Mücken verfolgen uns, während wir vor lauter Natur den Trail schon kaum noch sehen. Der Wanderweg wird feuchter und unübersichtlicher bis er zuletzt in einer undurchdringlichen Bambuswucherung abbricht. Im Gänsemarsch folgen wir einer gut ausgewaschenen Abflussrinne, die wir für den aktuellen Pfad halten und werden durch Fußspuren anderer verirrter Wanderer zumindest bestätigt. Dabei endet der Weg nach unten in einer ungewollten und dennoch lustigen Rutschpartie. Heil und schmutzig stolpern wir schließlich aus dem Dschungel auf das hintere Gelände des Tempels. Erleichtert steuern wir endlich den Eingang der Höhle an – hier gibt es wenigstens keine aufdringlichen Mücken oder Pflanzen.

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Grüner Start des Wanderpfades zur Chiang Dao Cave und Nicolas im Makromodus. Auf dem Weg treffen wir häufiger die großen, aber giftigen Tausendfüßer an.

Für nur 40 THB p.P. betreten wir die kühle, dämmrige Chiang Dao Cave. Von einer Führerin (200 THB) lassen wir vier uns etwa 30 min ca. 700 m durch die dunklen Gänge des Höhlensystems führen. Lediglich mit einer kleinen Gaslaterne als Beleuchtung zwängen wir uns mehrfach nacheinander durch enge Spalten. Ein Flattern von der Höhlendecke sagt uns schnell, dass wir hier nicht allein sind. Über den teils rutschigen Pfad erreichen wir zwei große Kammern, in denen einige Fledermäusen hausen. Neben der abenteuerlichen Kletterpartie sehen wir wieder große Grillen und zum Glück nur ‚kleine‘ Höhlenspinnen. Über eine steile, leicht rutschige Treppe gelangen wir am Ende zurück auf den, vom elektrischen Licht hell erleuchteten Hauptweg. Wir sehen viele Stalagmiten und Stalaktiten, welche teilweise riesige Fächer und Statuen ausbilden. Nach dem Höhlenabenteuer bekommen wir in einem kleinen Restaurant noch eine leckere Stärkung eh es zur unser Unterkunft nach Mae Taeng geht.

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Auf dem abenteuerlichen Weg durch die Chiang Dao Cave sehen wir mehrere eindrucksvolle Gebilde. Sobald der Lichtkegel der Gaslampe jedoch um die nächste Ecke schwindet, wird’s schnell stockfinster.

Am nächsten Tag starten wir von dem kleinen Örtchen Mae Taeng Richtung Pai. Über eine modern ausgebaute, steile und kurvenreiche Straße gelangen wir schnell die ersten Berge hinauf und genießen einige Ausblickspunkte. In Pai angekommen merken wir schnell, dass sich der Mae Hong Son-Loop bei vielen Touris, Backpackern und jungen Paaren herumgesprochen hat. Wir erleben eine lebendige Hippiestadt. Viele Bars, mehr Roller zum Ausleihen als Einwohner und eine rege Geschäftsstraße. Wir erkunden zunächst die Gegend zu Fuß und wollen einen kleinen Rundweg über zwei Brücken laufen, bevor es auf den Nachtmarkt geht. Nach 40 min stehen wir kurz vorm Ende der Rundtour jedoch vor einer, vom Hochwasser zerstörten Brücke und müssen den kompletten Weg wieder zurück. Auf den Feldern liegen Kühlschränke und Müll, einige Resorts sind unbewohnbar geworden. Das Hochwasser hat anscheinend etwas im Dorf umgebaut. Am Abend schlendern wir über den Nachtmarkt, genießen ein paar Kleinigkeiten an den Essensständen, bevor wir in unserem gemütlichen Vierbettzimmer schlafen gehen.

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Auf dem Weg von Mae Taeng nach Pai geht’s kurvig und steil bergauf.

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Auf dem Tagesmarkt frischen Einheimische ihren Vorrat an Fleisch, Obst und Gemüse auf.

Phrae – Zwischen Teakholz und steinernen Pilzen

Eh es weiter in die Großstadt Chiang Mai geht, biegen wir von Lampang gen Nordosten in das kleine Örtchen Phrae ab. Mittlerweile etwas geschafft vom Wechsel zwischen Kühlbus (14 °C) und tropischer Hitze (33 °C) entspannen wir nach der frostigen Ankunft. Wir erkunden zunächst die kleine Stadt und beschließen erst am nächsten Tag einen Roller zu mieten und ins Umland zu fahren.

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Der in der Nähe von Phrae liegenge Phae Mueang Phi Forest Park. Einer unserer Hauptgründe dem Örtchen Phrae einen Besuch abzustatten.

Phrae ist historisch bekannt für seine Teakholzwälder und der ehemaligen Tropenholzindustrie. Viele aus Teakholz gefertigte, alte Bauwerke sind noch heute in der Stadt verteilt zu finden und zu bewundern. Ein Großteil der Häuser ist mehr als 100 Jahre alt. Häufig weisen die Gebäude aufwendige Schnitzereien als eindrucksvolle Verzierungen auf.

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Ältere, aus Teakholz bestehende Gebäude in der Innenstadt Phraes.

In der unmittelbaren Reichweite für unseren gemütlichen Rollerausflug liegen der Wat Phra That Cho Hae Tempel und der Phae Mueang Phi Forest Park. Der Tempel liegt 10 km südlich der Stadt auf einem kleinen Hügel und bietet uns einen schönen Blick über das Tal. Einige Treppen führen hinauf zu der im 14. Jh. erbauten Anlage, die täglich von vielen Thais besucht wird. Der trubelige und dennoch ruhige Ort lädt uns zum Verweilen ein eh wir wieder auf den Roller steigen.

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Der König des damaligen Königreichs Sukhothai veranlasste die Erbauung der 33 m hohen Chedi (Hintergrund) und der daneben liegenden Tempelgebäude zu Ehren Buddhas im 14. Jahrhundert.

Im Anschluss treffen wir auf dem Weg zum Forest Park eine schmetterlingsjagende, dunkel grüngelb gefärbte Schlange an. Sie flitzt aus dem Gebüsch am Wegesrand und verschwindet genauso schnell wieder, als sie den herannahenden Roller bemerkt. Eine freundliche Thai erklärt uns später, dass schnell fliehende Schlangen meist harmlos sind. Die giftigen Reptilien lassen sich dagegen weniger aus der Ruhe bringen und beruhen auf ihre Wehrhaftigkeit (Hier ein Verweis auf die entspannte Kobra am Straßenrand in Myanmar). Was auch immer davon stimmen mag, wir sind froh, die lange Schlange nicht mit dem Roller erwischt zu haben.
Nach etwa 30 min Fahrt erreichen wir schließlich wohlbehalten den ‚Grand Canyon‘ Phraes. Vor Ort bewundern wir die vor 2 Mio. Jahren durch Boden- und Sandsteinerosionen entstandenen steilen Felsvorsprünge sowie pilz- und schornsteinartige Gebilde in der prallen Nachmittagssonne. Über einen angelegten, kleinen Wanderpfad durchlaufen wir die schroffen Formationen und suchen anschließend Schatten im naheliegenden Wald. Der restliche Rundweg durch den Wald bietet jedoch außer Mücken und thailändischer Baumbeschriftung nicht mehr viel für uns, sodass wir uns nach einer kurzen Pause schließlich auf den Rückweg machen.

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Die durch Erosion gebildeten Formationen entstanden vor bis zu 2 Mio. Jahren. Neben den eindrucksvollen, pilzartigen Gesteinsformationen erscheinen wir recht winzig.

Höhenflüge im Lampang-Distrikt

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Bei genauem Hinsehen lassen sich die Pagoden auf den Spitzen des Berges erkennen, welche wir später besichtigen werden.

Von Sukhothai geht’s via Bus weiter in den tiefen Norden Thailands nach Lampang, wo wir von einer wunderschönen Tagesrundtour im Landkreis Chae Hom erfahren. Wir nehmen uns daher für den nächsten Tag die Besichtigung eines Tempels (Wat Chalermpraikiat) in den Bergen und die im Chae Son Nationalpark vorkommenden heißen Quellen und Wasserfälle vor. Heiße Quellen bei Temperaturen von 35 bis 38 °C pro Tag … das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Wir buchen somit für 200 THB einen Roller und verbringen die restlichen Stunden unseres Ankunftstages mit der Erkundung der kleinen Innenstadt samt ihren vielen Tempeln und architektonisch alten Stein- oder Holzhäuser.

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Außergewöhnliche Bauwerke in der Kad Kong Ta Straße in Lampangs Innenstadt.

Früh morgens starten wir mit dem Roller durch Täler und vorbei an dichten Wäldern und Bergen mit einer großartigen Aussicht. Nach gut 2 h gemütlicher Fahrt erreichen wir gefühlt im Nirgendwo einen Parkplatz, wo wir den Roller am Fuße eines steilen Berges kostenlos abstellen dürfen. Mit einem Pick-Up-Taxi fahren wir wenige Minuten später zwischen einer Großfamilie und Mönchen festgeklemmt den steilen und rumpligen Weg auf halbe Höhe hinauf. Gut durchgeschüttelt erreichen wir den vor uns liegenden Wanderpfad und starten mit einer unglaublichen Aussicht auf die östliche Seite des Chae Hom-Gebietes. Mit so einer atemberaubenden Aussicht haben wir anfangs bei dem Besuch eines weiteren Tempels wirklich nicht gerechnet. Die Luft hier oben ist angenehm kühl, jedoch ohne abnehmende Luftfeuchtigkeit. Über unzählige, zum Glück gut am Gestein befestigte Metalltreppen gelangen wir durch den dichten Wald vorbei an den steilen Felsen immer weiter den Berg zum Gipfel hinauf.

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Steil und geräuschvoll geht’s den letzten Abschnitt des Berges hinauf. Die Treppen knarrten und krachten bei jedem zweiten Schritt.

Am Ziel durchgeschwitzt angelangt verschlägt uns die weite Aussicht auf das umliegende, ferne Land sprichwörtlich den Atem – wahrscheinlich auch begünstigt durch den echt anstrengenden Weg hinauf. Auf den felsigen Spitzen befinden sich neben einzelnen, kleinen weißen Pagoden zwei Aussichtsplattformen und eine Buddha-Statue. Mit einer grandiosen Aussicht auf den westlichen Teil des Chae Hom-Gebietes gönnen wir uns eine luftige Snack-Mittagspause. Wir begegnen der Familie mit den jungen Mönchen wieder, mit denen wir schließlich ins Gespräch kommen. Gemeinsam verlassen wir den Wat Chalermpraikiat und erfahren, dass auch sie denselben Nationalpark im Anschluss besuchen wollen.

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Auf den felsigen Spitzen genießen wir den freien und weiten Ausblick in alle Richtungen.

Nach einer weiteren Rollerfahrt durch das ländliche Thailand erreichen wir schließlich am Nachmittag den Chae Son Nationalpark. Wir parken unseren Roller, laufen in Richtung des Wasserfalls und spazieren über Treppen an den sechsstufigen Fällen vorbei. Am Fuße des Wasserfalls treffen wir schließlich die Mönche mit ihrer Familie wieder und begeben uns gemeinsam zu den heißen Quellen. Da wir unseren Roller abseits geparkt haben, bieten sie uns die Mitfahrt auf ihrem Pick-Up an, wo wir neben Mama, Oma & Co sitzend mit unseren wenigen thailändischen Wörtern begeistern. An den heißen Quellen angekommen, steigen wir ab und laufen an dem angeschlossenen Spa-Bereich vorbei in den etwas nach faulen Eiern riechenden Wasserpark. Über eine Störungszone dringt bis zu 80 °C heißes Wasser mit einem geringen Schwefelanteil an einigen Stellen des Chae Son National Park aus. Die Thailänder nutzen die Quellen, um Eier vor Ort zu kochen, zu Erholungszwecken und bieten vor Ort private Badekabinen mit Massagen an. Da uns noch ein langer Rückweg bevorsteht, begnügen wir uns mit der Besichtigung der heißen Quellen. Ein letztes Mal laufen wir der Mönchsfamilie über den Weg, bevor wir uns auf unsere fast 2 h Rückreise mit dem Roller begeben.

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Ein freundliches, interessiertes Aufeinandertreffen zweier Kulturen.

Leider haben unsere Helme diesmal kein Visier, was zu ungewollter Eiweißaufnahme während der Fahrt führt. Ein nahe an uns vorbeiziehendes Gewitter und ein falsch eingestellter Rollerscheinwerfer machen die Fahrt zu einer etwas ungemütlichen Erfahrung. Wir kommen jedoch trotzdem wohlbehalten wieder in Lampang an und fallen abends mit vielen tollen Erfahrungen und einem freundlichen Eindruck von thailändischen Mönchen erschöpft ins Bett.

Adieu Myanmar! Welcome back to Thailand … again

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Unser Aufbruch in den Norden Thailands. Der Geschichtspark in Sukhothai zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und enthält verfallene und erhaltene Anlagen aus dem 13. Jahrhundert.

Nach einem letzten burmesischen, deftigen Frühstück fahren wir mit einem Taxi etwas über 1 h von Bago zum Yangon Airport. Ein letztes Mal hören wir den laut hupenden Verkehr, sehen die dschungelartige Landschaft am Wegesrand und werden von den holprigen Straßen durchgeschüttelt. Wir meistern einen kurzen Sicherheitscheck eh wir das moderne Terminal des Yangon International Airport betreten. Mit einem typischen, zweifachen Stromausfall werden wir schließlich von Myanmar verabschiedet. Im Flugzeug füllen wir gemütlich Sandwiches mampfend unsere ‚Visa on Arrival-Cards‘ aus und wenig später steht bereits unsere Landung in Bangkok am Dong Muang Airport an. Unser Aufenthalt in Bangkok ist jedoch nur von kurzer Dauer, um unsere Weiterreise in den Norden Thailands zu planen. Von Chiang Mai soll es schließlich bald weiter nach Malaysia gehen.

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Unsere vorübergehenden Mitbewohner.

Unser erster Zwischenstopp auf dem Weg in den Norden ist das kleine Örtchen Sukhothai, welches wir nach fast 8 h Busfahrt gerädert erreichen. Wir erleben durch unsere späte Ankunft gezwungenermaßen unsere erste Tuk-Tuk-Fahrt nach langwieriger Verhandlung. Für den Weg zwischen Busstation und Unterkunft haben wir bis zur Schließung der Rezeption zu wenig Zeit. Nachdem wir schon im Begriff sind den Weg auf gut Glück zu laufen, fährt uns der Besitzer des Tuk-Tuk’s noch hinterher und nimmt unser letztes Angebot nun doch wahr. Ein fahrendes Tuk-Tuk scheint dem Fahrer immer noch lieber zu sein, als kein fahrendes.

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Eine der vielen Buddha-Statuen, welche rundherum in und außerhalb der geschichtsträchtigen Parks zu besichtigen sind.

Ähnlich wie in Ayutthaya gibt es in Sukhothai geschichtsträchtige alte Tempel zu besichtigen. Mit einem gemieteten Fahrrad schauen wir uns am nächsten Tag selbst abgelegene Tempel und Buddha-Statuen an. Während an großen Anlagen die Mini-Van’s scharenweise Touris ausspucken, entdecken wir bei unserer Rundfahrt einen kleinen, von Elefanten gestützten Tempel. Der Gedanke dahinter ist, dass auf dem Rücken der Elefanten das Reich getragen wird. Für die Aufrechterhaltung des Buddhismus über die vergangenen 5000 Jahre werden die sanften Dickhäuter gern als Sinnbild verwendet.

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Außerhalb der Parkanlagen finden wir unsere Lieblingsplätze in ‚Old Sukhothai‘. Auf dem oberen Bild ist der Wat Sorasak zu sehen, während die untere Fotografie eine unbenannte Ruine neben einen Reisfeld zeigt.

Am Abend besuchen wir einen trubeligen, mit Musik untermalten Nachtmarkt voller Essensstände und bunter Klamotten. Da Joe’s T-Shirt’s durch die ständige Handwäsche schon etwas mitgenommen sind, gibt es für 170 THB (4,40 €) ein Neues. Etwas weiter erstehen wir aus einer seltsamen Maschine super knuspriges, salzig-süß kandiertes Popcorn, welches wir am selben Abend noch vernaschen.

Bago – Unsere letzten Tage in Myanmar

Bei Zodiac Travel Tours haben wir neben der Bootstour auch unseren Bus nach Bago gebucht. Am Tag der Abreise laufen wir vormittags durch die Stadt, werden dabei von der Reisebüromitarbeiterin abgefangen und darüber in Kenntnis gesetzt, dass unsere Economy-Class-Tour für 12.000 Kjat heute nicht fährt. Sie hat uns dafür kostenlos in die VIP-Class für 20.000 Kjat umgebucht. Glück für uns, so haben wir etwa 8 € p.P. gespart und fahren trotzdem mit der höheren Komfortklasse. Ab 18 Uhr geht‘s in der abendlichen Dämmerung innerhalb von 9 h Richtung Bago.
Unsere Unterkunft liegt etwas abseits, dafür aber ruhig. Am ersten Tag laufen wir zu einem Stausee und sind erstaunt, wie ländlich hier alles trotz der unmittelbaren Nähe zu Yangon ist. Wir laufen durch eine angrenzende kleine, einfache Siedlung. Ein paar Arbeiter laden uns freundlich zum Mitarbeiten ein, ein Mönch verfolgt uns freudig mit seinem Smartphone und auch sonst merken wir, dass hier so gut wie nie Touristen durchlaufen. Der See scheint ein Treffpunkt für jugendliche Paare zu sein, wo auch wir eine kleine Pause einlegen bevor es zurückgeht.

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Die Motorradhelme erinnern an neu lackierte Nachkriegsüberbleibsel. Einen wirklichen Schutz bieten sie eingentlich nur gegen Insekten und die Sonne.

Am nächsten Tag leihen wir uns einen Roller und wollen einige der zahlreichen Pagoden und Buddha-Statuen erkunden, die für Bago typisch sind. Der Verkehr ist ruppig, die Straßen schlecht, Hunde laufen überall herum und verleiten andere Fahrer zu unvorhergesehehen Lenk- und Bremsmanövern. Im Gegensatz zu Thailand ist der Straßenverkehr hier deutlich aggressiver und das stärkere Fahrzeug nimmt sich immer die Vorfahrt.

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Der liegende Buddha mit einer Länge von 95 m symbolisiert mit seinen aufwendig bearbeiteten Füßen den Eintritt ins Nirwana.

Unsere Ortsunkundigkeit führt uns zielgenau zu den Hintereingängen der ersten Sehenswürdigkeiten. So umgehen wir, wie wir später erfahren den Eintrittspreis, welcher sonst für eine Reihe von Sehenswürdigkeiten 10.000 Kjat p.P. also etwa 9 € p.P. gekostet hätte. Bei jeder Sehenswürdigkeit werden wir von verschiedenen Burmesen angesprochen, welche ‚alte Geldscheine‘ und jede Menge Postkarten anbieten. Ein Verkäufer scheint uns dabei zu verfolgen. Wir treffen ihn gleich an mehreren Stationen wieder – mit immer mehr Angeboten. Selbst als wir unsere bereits gekauften Postkarten zeigen, bietet er uns dennoch 10 weitere an. Sollten wir nicht genügend Bekannte haben, können wir ihm doch einfach die Karten schicken. Lachend kommen wir für eine Weile ins Gespräch, erzählen von unserer Reise und erfahren von ihm, dass in der Nebensaison das Geschäft nicht so läuft. Den restlichen Tag nutzen wir den Roller um abseits der Hauptattraktionen Nebenstraßen zu erkunden. Wir finden weitere einfache, kleine Häuser an sandigen, von der Nässe aufgewühlten Straßen.

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In den Nebenstraßen von Bago führt die mangelnde Befestigung der Wege zu abenteuerlichen Buckelpisten.